DIE
KONVERSION
Erleben Sie die
historische Geschichte der
Garnisonsstadt Kamenz.

Die
Konversions-maßnahme
Torsten Pfuhl
*Bericht zum Abschluss der Konversion des Kasernenobjektes der Offiziershochschule der LSK/LV am 22.02.2008
Konversionsmaßnahme
Offiziershochschule Kamenz zum Verwaltungszentrum Kamenz*
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kamenz beschloss bereits am 10.09.1992 einen Auftrag an die KVEG mbH Kamenz zur Ausarbeitung einer Konzeption zur Umgestaltung der ehemaligen Offiziershochschule in Kamenz und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes.
Nach ihrer Gründung übernahm die Kommunale Entwicklungsgesellschaft mbH Kamenz diese Aufgabe und begann, die Erschließung zu realisieren.
Damit sollten die wirtschaftlichen und städtebaulichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Ansiedlung der sächsischen Landesämter, des Landratsamtes Kamenz und weiterer Einrichtungen zu gewährleisten.
Ab 1993 verhandelte die KEG mbH Kamenz im Auftrag des Abwasserzweckverbandes Obere Schwarze Elster, des Trinkwasserzweckverbandes Kamenz (heute: Wasser und Abwasser Zweckverband Lausitz) und der Stadt Kamenz sowie der ewag kamenz mit dem Bundesvermögensamt, um sämtliche Ver- und Entsorgungsnetze, Wege und Plätze sowie Grundstücksflächen zu übernehmen. Ergebnis war eine Besitzüberlassungs- und Eigentumsübertragungsvereinbarung zwischen dem Bund und der KEG mbH Kamenz.
Um die geplanten Abbruch- und Erschließungsmaßnahmen zu realisieren, war eine wichtige Voraussetzung zu schaffen, einen Tauschvertrag zur Bodenordnung zwischen dem Freistaat Sachsen und der KEG mbH Kamenz. Die Ziele des Flächentausches bestanden zum einen darin, dass der Freistaat Sachsen nur die Flächen behielt, die er auch tatsächlich nutzt und zum anderen, dass sich für die nicht vom Freistaat genutzten Grundstücke sinnvolle Flächenzuschnitte ergaben, um eine zügige Vermarktung zu ermöglichen. Diese Vereinbarung wurde am 04.08.2004 geschlossen.
Mit dem ersten symbolischen Spatenstich am 10.10.1997 begann die praktische Umgestaltung der ehemaligen Offiziershochschule zum Verwaltungszentrum Kamenz als eine einheitliche Erschließungsmaßnahme über einen Zeitraum von zehn Jahren. In diesem Zusammenhang wurden weitere Maßnahmen der äußeren Erschließung realisiert, insbesondere in der Macher-, der Neschwitzer, der Friedenstraße, dem Siedlungsweg und der S 94 im Bereich der Hans-Grade-Straße.
In Fortführung der Umgestaltung der Offiziershochschule Kamenz zum Verwaltungszentrum Kamenz erfolgte die Erschließung weiterer Gebiete, beispielsweise des Bildungszentrums Kamenz, des Flugplatzes Kamenz oder des Gewerbeparks Kamenz, der ehemaligen Zweiga. Grundlage und Voraussetzung der Erschließungen dieser Gebiete war die Konversionsrnaßnahme Offiziershochschule Kamenz zum Verwaltungszentrum Kamenz. Die KEG mbH Kamenz und die ewag kamenz koordinierten diese Erschließungen. Es entstanden moderne Ver-und Entsorgungseinrichtungen im Gebiet Kamenz-Nord. Ein umfangreiches Straßennetz wurde neu gestaltet, die Erschließungsgebiete in das Straßen-, Geh- und Radwegenetz der Stadt Kamenz eingebunden.
Die verkehrsseitige Erschließung war von umfangreichen Abbrucharbeiten begleitet. Alle ungenutzten Gebäude einschließlich der Fundamente, ehemalige Garagen, Werkstätten, Lagerhallen, der alte Heizhauskomplex, die alte Kläranlage und der Feuerlöschteich,
alle ungenutzten befestigten Flächen, Umzäunungen und Einfriedungen wurden abgebrochen. Im Zusammenhang damit machte sich eine umfangreiche und aufwendige Beseitigung der Altlastenverdachtsflächen erforderlich.
Die im Erschließungsgebiet vorhandenen Medienleitungen waren größtenteils in einem sehr schlechten Zustand und willkürlich auch über privates Gelände verlegt worden. Mit der Um- bzw. Neuverlegung dieser Medienleitungen (Trink-, Regen- und Schmutzwasserkanäle, Fernwärme- und Telekomleitungen sowie Nieder- und Mittelspannungskabel) im öffentlich gesicherten Raum wurde die optimale Nutzung der Flächen für Verwaltungseinrichtungen sowie Gewerbe- und Industrieansiedlungen ermöglicht. Zur Erschließung gehörten weiterhin die öffentliche Beleuchtung und die Gestaltung der Grünanlagen.
Wesentliche Projektdaten:
Gesamtfläche:
davon
274.754 m²
33.352 m²,
d h. 12% öffentliche Straßen, Gehwege,
Radwege, Parkflächen sowie öffentliche Grünanlagen
und
241.402 m²,
d.h. 88% Gebäude- und Freiflächen für Verwaltung,
Gewerbe, Industrie und Wohnen.
Die Gesamtkosten der Erschließung belaufen sich auf ca. 7.650.000 Euro. Die Herstellung der Erschließungsanlagen erfolgte haushaltsneutral für die Stadt Kamenz.
Voraussetzung dafür war, dass der Freistaat Sachsen sowie der Landkreis Kamenz die Kosten für ihre Grundstücke teilweise trugen und die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen dafür eingesetzt wurden. Sämtliche Erschließungsanlagen waren im Oktober 2007 endgültig fertiggestellt. Nach dem Abschluss der Abbruch- und Erschließungsmaßnahmen folgten die katasteramtliche Vermessung und die Übertragung der öffentlichen Flächen auf die Stadt Kamenz.